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Lernen

Der Unterricht

Als 1919 die Waldorfschule begründet wurde, war der Wunsch vieler Familien nach einem kon-fessionell unabhängigen Religionsunterricht da. Auf diesen Wunsch hin wurde der von Waldorflehrern gehaltene Freie Christliche Religionsunterricht eingerichtet, der neben dem evangelischen und katholischen Unterricht stattfand. Wie der konfessionelle Unterricht im Auftrag der evangelischen bzw. katholischen Kirche gegeben wird, so wird der Freie Christliche Religionsunterricht im Auftrag der Anthroposophischen Gesellschaft erteilt.

In unserer Freien Waldorfschule in Oberberg wurde sofort mit der Eröffnung der Schule 1991 auch dieser Unterricht angeboten und von sehr vielen Eltern gewählt. In diesem Unterricht werden Inhalte vertieft, die im Hauptunterricht altersentsprechend behandelt werden. So wird die tiefe religiöse Qualität der Märchen im 1. Schuljahr, die der Mythen und Legenden und das Alte Testament im 2./3. Schuljahr in den Mittelpunkt gestellt. Es wird erzählt, gemalt, geschrieben, gesungen und unter Umständen auch ein kleines Spiel zur Aufführung gebracht.

In diesen Jahren möchte dieser Unterricht dazu beitragen, dass die Sehnsucht der Kinder, das Göttliche in der Natur zu erleben, Nahrung bekommt. In jedem Stein, in jeder Blume, in den Tieren und Menschen den göttlichen Ursprung zu fühlen, zu ahnen, gelingt Kindern oft noch ganz unmittelbar. Diese Fähigkeit zu erhalten und zu unterstützen, dass sie nicht im Strudel des Lebens untergeht, ist das Anliegen.

Vom 4. Schuljahr an wird der Blick auf menschliche Schicksalszusammenhänge gerichtet. Wie fügt sich in einer Biografie alles sinnvoll zusammen? Kann alles, was im Leben geschieht, ohne eine geistige Führung, ganz von allein, rein zufällig geschehen? Die Vielgestaltigkeit menschlicher Lebensläufe zu entdecken, die vergleichbar ist mit der Vielfalt der Pflanzenwelt, führt dazu, dass auch der Sinn jedes Lebens erahnt werden kann, gerade wenn große Hindernisse überwunden werden müssen.

Die Tendenz unserer Zeit, das Negative zu sehen und die Fehler und Schwächen in allen Bereichen hervorzuheben, führt dazu, dass das Misstrauen überhandnimmt und erstickend wirkt. Doch lernt man, die Ereignisse im Zusammenhang zu erkennen, hinter die äußere Fassade zu schauen, so kann sich auf neue Weise wieder Vertrauen einstellen und die Liebe zum Leben, die beim kleinen Kind so stark vorhanden ist, kann sich wie ein starkes Licht entfalten und weiter wachsen.

Die Sonntagshandlung

Um diese religiösen Fähigkeiten, die in jedem Menschen veranlagt sind, mit einem eigenen Entschluss zur Tat, zum Handeln, in den Willenstiefen zu verankern, wurden schon 1919 durch Rudolf Steiner die kultischen Handlungen gegeben.

Ein begabter Musiker kann von Natur aus auf einem Instrument Musik machen; doch um diese musikalischen Fähigkeiten zu entwickeln, muss das regelmäßige Üben dazukommen. Auch die religiösen Fähigkeiten brauchen die Übung durch regelmäßiges Tun, sei es im Gebet oder in der sonntäglichen Feier. So kann die Seele „die Flügel“ bekommen, die zur Erhebung in die geistigen Höhen notwendig sind.

In unserer Schule findet die Sonntagshandlung im Rhythmus von 14 Tagen statt. Viele Familien nehmen daran teil und finden einen Ort, an dem sie zur inneren Ruhe und zu sich selbst kommen. Im Eurythmieraum I hat unser Architekt Knierim eine Altarnische eingebaut, die hinter einer großen Holztüre verborgen ist. Der Kultus lebt also in einem Raum, der in der Woche zum – künstlerischen – Arbeiten, für Vorträge und andere Veranstaltungen benutzt wird; er ist also frei hineingestellt in unseren Alltag, für den er uns Kraft spendet.

Die Teilnahme an diesen Feiern ist für alle Schüler unserer Schule und deren Eltern möglich, d. h. es ist keine öffentliche Einrichtung für jedermann, sondern sie steht im Zusammenhang mit dem Impuls der Schule, deren Aufgabe es ist, einen freien, selbstbewussten und verantwortungsvollen Menschen zu erziehen.

Sieben und ein halbes Jahr können die Schüler diese Sonntagsfeiern besuchen. Während des 7. und 8. Schuljahres findet ein Vorbereitungsunterricht auf die JUGENDFEIER statt. Diese ist vergleichbar mit der Konfirmation, die hilft, den Schritt von der Kindheit zur Jugend bewusst zu vollziehen. Hier werden die Schüler jedoch nicht in eine Kirchengemeinde eingeführt, sondern in die Menschengemeinschaft der Erde entlassen.

 

 

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